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Jedesmal, wenn wir Stuhlgang haben, wird die Haut am After angegriffen. Die Verdauungsstoffe sind noch sehr aktiv! Wenn man bedenkt, dass es unsere Verdauung schafft, ein zähes Steak oder eine harte Bratenkruste in eine wässrige Paste zu verwandeln, dann wird klar, dass sie auch mit unserer Hautoberfläche keine Probleme hat. Wir haben die Probleme! Wenn wir nämlich nicht aufpassen, dann leiden wir schnell an einem Analekzem, welches juckt und "brennt". Die nächste Stufe ist dann eine nässende Entzündung und zuletzt eine offene Wunde. Dass die Heilung so einer Wunde problematisch ist, wenn sie pausenlos täglich immer wieder mit agressivem Stuhl in Berührung kommt, kann sich jeder vorstellen. Die "Krönung" kann dann die Anlage (Operation!) eines vorübergehenden oder gar endgültigen künstlichen Dünndarmausganges (Ileostoma) sein. Wer so ein Ileostoma schon mal hatte, der weiß Bescheid! Wer zu seinem Glück ahnungslos ist, der informiert sich in den einschlägigen Foren im Internet. Für uns gilt deshalb: Wehret den Anfängen !!! Das heißt: Waschen, trocknen, schmieren - und regelmäßig ein Sitzbad. Was heißt da Schmieren? Schmieren heißt Eincremen, und zwar die Hautpartie am und um den After. Eine kleine Fingerkuppe voll reicht. Die Wirkung ist zweifach: Erstens bekämpfen wir damit eine bestehende oder beginnende Entzündung bzw. verhindern das Entstehen einer solchen. Zweitens bildet die dünne Cremeschicht (Film) eine Barriere gegen manchmal minimalste aussickernde Stuhlreste, deren Agressivität aber nicht zu unterschätzen ist. Dieses Aussickern kann immer wieder mal vorkommen, wenn der Stuhl besonders dünnflüssig ist und auch unsere gesunden Hämmoriden ihn schlecht zurückhalten können. Für alle Empfehlungen gilt: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Wir empfehlen das Eincremen nach jedem Stuhlgang. Noch eine (dritte) Wirkung der Creme ist zu beobachten: Aufgrund der am Einsatzort vorherrschenden Körperwärme entwickelt die Creme recht schnell die Viskosität von "Kriechöl" und dringt durch jede Ritze. Diese Eigenschaft, die in der Welt der Technik durchaus erwünscht ist, führt bei uns zu einem langsam gut sichtbaren dunklen Fleck (Fettfleck) auf der Lieblings-Oberbekleidung und zu Getuschel bei unseren Mitmenschen. Das macht uns aber nichts aus, ist höchstens ein bisschen peinlich und läßt sich in der Waschmaschine rückstandslos beseitigen. Schlimmer ist, dass die Nichtbeachtung dieses Phänomens auch zu einer Verfettung der Sitzmöbel führt. Verstimmung bei unseren Bekannten und Freunden ist dann nicht mehr zu vermeiden, nachdem wir wiederholt unseren Stammplatz auf der geerbten Ledercouch eingenommen haben. Auch stoffbezogene Polstermöbel sind auf Dauer nicht sicher vor uns. Da hilft nur eine Decke oder ein Handtuch zum Unterlegen. Zuhause sowieso.
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